Tag 3: Willkommens-Party in Kuki

Kon-nitschiwa Freunde der aufgehenden Sonne,

Für uns hieß es heute Koffer packen und ab in die Gastfamilien. Dazu benutzen wir den berühmten Shinkansen. Der Hochgeschwindigkeitszug, welcher leiser als ein Staubsauger fährt. Die meisten Modelle fahren mit über 300 km/h, allerdings nicht auf der Strecke von Osaka nach Tokio. Denn diese Strecke war die allererste, die ausgebaut wurde und man ging damals davon aus, dass der Zug nie solche Geschwindigkeiten erreichen würde, also baute man zu viele Kurven. Trotzdem waren wir immer noch mit über 200 km/h unterwegs.
Was wir alle sehr beeindruckend fanden, war die Selbstverständlichkeit der Hilfsbereitschaft. So konnten wir sehen, wie ein Blinder auf dem Bahnhof von einem der Ordnugshüter dort an der Hand geführt wurde, wärend ein anderer einer alten Frau mit Rollator das Gepäck hinterher räumte. Wenn jemand mit Beeinträchtigung in der Öffentlichkeit auftaucht, wird von allen Anwesenden wie selbstverständlich Platz gemacht und nicht wie bei uns noch gemeckert, dass sie den Verkehr aufhalten. Wir finden alle, davon könnten wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden. 
Im Shinkansen, (was übrigens „Neue Stammlinie“ bedeutet von „Shin“=neu, „kan“= Haupt/Stamm und „sen“=linie) nutzen manche die 2 Stunden Fahrzeit, um ein wenig Schlaf nachholen. 

In Tokio ging es mit einem normalen Zug weiter noch eine Stunde bis nach Kuki, unserer ersten Präfektur. So gut wie alle Japaner im Zug haben geschlafen. Das kommt daher, dass die Züge hier auf die Sekunde genau abfahren und ankommen, das heißt, man setzt sich rein, stellt sich einen Wecker, schläft und wenn der Wecker klingelt kann man ohne nachzugucken aussteigen.

In Kuki hatten wir erst einmal ein paar Minuten für uns, um anzukommen, bevor wir unsere Gastfamilien kennen lernten. Als wir den Raum betraten, in dem unsere Familien auf uns warteten, wurden wir mit herzlichem Applaus begrüßt. Der Leiter der JJSA in Kuki begrüßte uns und wir stellten uns halb auf japanisch, halb auf deutsch vor.

Nachdem sich auch unsere Bezugspersonen der Gastfamilien vorgestellt hatten, duften wir uns endlich mit unseren Gastfamilien an einen Tisch setzten und sie richtig kennen lernen. Alle im Raum waren aufgeregt, nicht nur wir. Viele Familien hatten so ein total cooles Gerät namens „Pocketalk“. Neben dem An-und Ausknopf besitzt das meist weiße, eierförmige Gerät zwei Knöpfe und ein Display. Über dem einen Knopf steht auf japanisch japanisch, über dem anderen steht auf deutsch deutsch. (Man könnte auch jede andere Sprache einstellen). Drückt man nun auf den „Deutschknopf“ und spricht auf deutsch in das Gerät, wird der Text ins Japanische übersetzt und zwar sowohl als Text zum mitlesen, als auch gesprochen von einer Stimme. Den deutschen Text, den man gesagt hat, kann man darunter auch nochmal lesen, um Fehler zu erkennen, falls das Gerät einzelne Wörter nicht erkannt hat. Mit dem „Japanischknopf“ funktioniert es natürlich genau so, nur andersherum. Wir glauben, dieses in etwa handteller große Gerät wird uns noch sehr weiter helfen, denn nicht in jeder Gastfamilie kann jemand (oder alle) Englisch. 

Nach dem Vorstellen konnten wir unsere Sachen in die Gastfamilien fahren und schnell in unsere A-kleidung (wießes DSJ-T-schirt und offizielle Hose) schlüpfen und dann ging es auch schon zur Empfangsparty. Auch hier wurden wir wieder mit herzlichem Applaus begrüßt, als wir den Raum betraten. Extra für uns gab es dann ein traditionelles Trommel-Konzert und einen traditionellen Tanz einer Dame in einem wunderschönen Kimono. Nach dieser sehr unterhaltsammen Einführung folgten offizielle Reden. Unter anderem begrüßten uns Mr. Osaki (Vorsitzender der Saitama Sportjugend), Mr. Kishi Direktor der Stadtsportjugend Kuki), Mr. Umeda (Bürgermeister der Stadt Kuki) sowie Mr. Kamijo (Vorsitzender der Stadt Kuki).

Danach druften wir uns endlich auf das Buffet stürzen, was uns schon die ganze Zeit angelächelt hatte. Die meisten Gastfamilien konnten gar nicht aufhören, ihren neuen Schützlingen mehr und mehr Essen aufzufüllen, damit wir möglichst alles probieren können. Vollgefuttert hieß es dann, endlich das erste Mal unser schon im Vorfeld einstudiertes Programm für unsere Vorstellung aufzuführen. Durch die Aufregung lief nicht alles glatt, aber unser Publikum war trotzdem begeistert und einmal mehr wurden wir wieder mit Applaus überschüttet.

Ein großes Highligt des Abends war auch der Besuch von Japanern, die im letzten Jahr im Rahmen der In-Maßnahme zu uns nach Deutschland gekommen waren. Chris, Till, Vanessa, Nadine und Caro wurden herzlich von bereits bekannten Gesichtern begrüßt und bekamen auch noch eine kleine Aufmerksamkeit. 

Am Ende hat den Tag jeder in seinen Gastfamilien ausklingen lassen. 
Caro und Owen waren zum Beispiel in einem Onsen, den traditionellen heißen Quellen in Japan, da Owens Gastvater so ein Onsen besitzt und Caros Gastmutter mit Owens Gastfamilie eng befreundet ist. Für beide war es ein sehr schönes Erlebnis, weil das etwas ist, was man als normaler Tourist so wohl nie erfahren wird. Aber jetzt geht’s ab in die Heia, Kraft für morgen sammeln.

Sayonara 

Caro, Vanessa, Nadine, Janina, Daniel, Till, Chris, Robin, Richard, Christian, Ayk und Owen

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