Tag 5: Das Feuerwerk von Kuki

Kon-nitschiwa Freunde der aufgehenden Sonne,

Für uns begann der Tag mit Frühsport. An der Kuki Junior High School spielten wir mit den dortigen Schülern Badminton, Volleyball und Basketball. Eigentlich sind zur Zeit Sommerferien, aber in Japan gehen die Kinder in den Ferien freiwillig zur Schule, zum einen für Förderunterricht und zum anderen, um Sport zu treiben, denn Sport und Schule gehören in Japan eng zusammen. 

Zuerst wurden natürlich wieder Fotos gemacht. Dann bekam jeder von uns ein japanisches Kind als Partner, zum Einspielen. Nur von der Erwärmung waren wir Deutschen dann schon komplett durchgeschwitzt und fertig wärend die Japaner noch nicht mal richtig schwitzen. 
Doch dann begann der ganze Spaß ja erst richtig. Auf insgesamt 3 Feldern spielten wir mit 12 Teams jeweils mit einem Japaner und einem Deutschen gegeneinander.

Wer Caro kennt, weiß dass sie mit anderen Sportarten außer Judo nicht viel anfangen kann und so war es nicht verwunderlich, dass sie die einzige Verletztung des Tages davon tragen musste. Nach nur wenigen Ballwechseln bekam sie einen Federball aus nächster Nähe mit Vollspeed von ihrer japanischen Mitspielerin ins Auge. Es ist aber nichts schlimmes passiert. Wir glauben, für die Japaner war das Ereignis viel schlimmer als für Caro selbst. Sofort mit einer eisgekühlten Trinkflasche als Coolpad ausgerüstet konnte sie schon bald darüber lachen. 

Natürlich wurden dann wieder Fotos von und mit uns gemacht. Inzwischen waren auch die Kinder vom Vollyball und vom Basketball eingetroffen und wir verteilten unsere Gastgeschenke an sie. Es folgten: Fotos.

Beim Volleyball sahen wir alle ziemlich alt aus, denn die Bälle waren keine normalen Volleybälle, wie wir sie kennen, sondern viel größer und leichter, außerdem weicher und die Dinger flogen überall hin, nur nicht dort, wo sie hin sollten. Trotzdem oder gerade deshalb, gab es viel zu lachen dabei. Das einzige, mit dem wir alle glänzen konnten war das Blocken, denn das Netz hing so auf Brusthöhe (oder für unsere Jungs noch tiefer). 

Nach dem Volleyball folgen, man kann es fast erraten… Fotos.

Zuletzt spielten wir gegen Schüler, von denen die meisten gerade einmal halb so groß waren wie wir, Basketball. Aber, verdammt, waren die Kleinen schnell. Unser einziger Vorteil war, dass unsere Jungs die Bälle ohne zu Springen in den Korb legen konnten, weil die so tief hingen. Aber anscheinend haben wir uns gar nicht so schlimm angestellt, wie wir dachten, denn wir wurden viel gelobt, das kann natürlich auch nur aus Mittleid gewesen sein, aber wir bleiben einfach bei der Vorstellung, dass wir klasse waren.

Nach dem letzten Foto verabschiedeten wir uns und fuhren in ein Schwimmbad, um zu duschen, denn wir waren alle so schweißgebadet, dass wir aussahen, als hätten wir im Regen einen Spaziergang gemacht. Im Schwimmbad durften wir nicht mit Shampoo oder Duschgel duschen, aber nicht, wie wir anfangs vermuteten wegen der Umwelt oder der Leitungsrohre, sondern aus dem ganz einfachen Grund, dass man länger unter der Dusche braucht, wenn man sich einschäumt und dann würde man auch länger die Duschen blockieren. Sehr japanisch, denn was die Zeit angeht ist hier wirklich alles durchgeplant. 

Frisch geduscht ging es in ein traditionelles Restaurant, wo es Sushi gab. Natürlich auf Tatamimatten auf dem Fußboden sitzend. Das Sushi war wirklich fantastisch, also stimmt es wohl, dass es in Japan das beste der Welt gibt. Zum Nachtisch gab es lila Süßkartoffeleis, das war für uns alle eine Premiere, aber eine sehr leckere. 

Unser nächster Programmpunkt war wieder eine Schule, dieses Mal die Washimiya-Mittelschule. Die Schüler hier waren älter als an der vorherigen Schule. Sie führten uns mit Gesang, Trommeln und Kostümen einen traditionellen japanischen Tanz vor, der für die japanischen Götter war. Die Kostüme sahen für uns sehr interessant aus. Nach der Aufführung durften wir dann selbst an die Trommeln.

Zuerst war es ein wenig chaotisch, aber am Ende hörte sich unser Spiel ganz gut an. 
Wir verteilten an alle wieder Gastgeschenke und dann ging es zurück und erstmal in die Familien. 

Daniel kam mit Caros Gastmutter mit, weil seine ihn erst nach dem Fest, das für den Abend anstand, abholen konnte. So besuchten die beiden eine Klasse von der Schule, die Caros Gastmutter leitet. Unsere Dolmetscherin kam dafür natürlich nicht mit und so bleib das Mittel der Wahl für die Kommunikation der Poketalk, der immer mal wieder für sehr lustige Übersetztungen sorgt. 

Für heute war eigentlich ein Taifun angesagt, welcher das geplante Fest am Abend buchstäblich hätte ins Wasser fallen lassen, aber weil Daniel mit seiner Gastmutter eine kleine Puppe gebastelt und für gutes Wetter gebetet hat (Teruterubozu) war das Wetter auch am Abend noch sehr schön.

Abends waren wir alle zum Stadtfest eingeladen. Das war der erste Progarmmpunkt seit unserer Ankunft hier, für den keine Zeit festgeschrieben war. Also trudelten wir mit unseren Gastfamilien nach und nach ein. 
Die ersten, die da waren (Till, Nadie, Vanessa, Chris, Aky und Richard) erlebten ein Trommel-Konzert und wurden danach eingeladen, selbst zu trommeln. Natürlich wurden davor aber noch Fotos mit ihnen gemacht. Es folgte ein Tanz, bei dem nur Frauen tanzten. Vanessa, Nadine und die frisch dazugestoßene Janina machten sofort mit. Nach und nach kamen auch alle anderen aus der Gruppe dazu. Sobald wir angekommen waren, wurden wir alle in Yukata (traditionelle japanische Gewänder) gehüllt. Die sind gar nicht so leicht anzuziehen, weshalb wir auch angezogen wurden. 

Viele verschiedene Tanzgruppen traten auf. Neben traditionellen Japanischen Tänzen sahen wir auch eine Kinder-und Jugendgruppe, die Hip-Hop tanzte. Extra für uns wurden dann auch ein paar klassische deutsche Lieder gespielt. Ein Walzer und das Stück Lorelei von Heinrich Heine. Wir mussten alle so lachen, weil das nichts ist, was man so in Deutschland hört, aber wir fanden es so schön, dass die Stadt sich über uns Gedanken gemacht hat und diese Musik nur uns zu Ehren gespielt hat. Bei der Rede des Bürgermeisters, Herrn Umeda wurden wir nochmal allen Anwesen vorgestellt und einmal mehr beklatscht und fotografiert. Auch bekamen wir wieder Gastgeschenke von Herrn Umeda. 

Die restliche Zeit verbrachten wir mit unseren Gastfamilien auf dem Fest, die uns wie immer mit Essen überhäuften, bis wir uns nicht mehr bewegen konnten. Bewegen war so und so schon schwer, weil die Yukata so eng geschnürt sind, dass man drei Kleidergrößen kleiner zu haben scheint. 

Zum großen Finale des Festes, dem dreißigminütigen Feuerwerk trafen wir wieder alle zusammen. Zum Feuerwerk wurde verschiedene Musik gespielt und bei dem Lied „I was born to love you“ von Queen standen wir alle Arm in Arm schunkelnd nebeneinander und haben lautstark mitgesungen. 

So endete ein weiterer, erlebnisreicher und wunderschöner Tag in Japan für uns mit guter Musik und tollem Feuerwerk. 

Sayonara 
Caro, Vanessa, Nadine, Janina, Daniel, Till, Chris, Robin, Richard, Christian, Ayk und Owen

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