Kon-nitschiwa Freunde der aufgehenden Sonne,
dass auch die Japaner einmal in Zeitverzug kommen können, mussten wir heute das erste Mal feststellen. Auch heute haben wir uns die größte Mühe gegeben, pünktlich an den vereinbarten Treffpunkten zu sein, was uns auch gelang. Wir starteten also Punkt 9 Uhr vom Gebäude des Bildungsausschusses mit dem Bus in Richtung Tagesprogramm. Wir waren pünktlich, nur einige der benötigten Zutaten schafften es nicht rechtzeitig.

Wir nutzten die ungeplante Pause für einige Gruppenfotos, von denen es nie genug geben kann. Owen und Chris versuchten sich im „Jankenpoi“, was die japanische Version unseres Schnick-Schnack-Schnucks ist. Owen gewann deutlich, obwohl er eigentlich stets Schere genommen hat. Chris hatte wohl heute einfach kein Glück. So langsam ging es dann auch ans Essen zubereiten. Wir blickten gespannt auf die japanischen Schriftzeichen des Rezepts und übersetzten gemeinsam mit Moka alles. Weizenmehl, Salz und Wasser zusammenzubringen, erschien uns eine lösbare Aufgabe. Schritt 4 verwunderte uns jedoch sehr. Mit den „Füßen“ treten erschien uns nicht die geeignete Form der Zubereitung für Nudeln. Nach einer Einführung durch unseren Kochlehrer, der bereits mehr als 30 Jahre Erfahrung hatte, wurde uns jedoch klar, dass dies kein Scherz war und der Nudelteig tatsächlich mit den Füßen gestampft wird. Da am Ende ein sehr fester Teig entsteht, lässt sich dieser nur sehr schwer mit den Händen bearbeiten. Deshalb nutzen die Japaner die Kraft des ganzen Körpers, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

Da wir natürlich viel zu viel Mehl hatten, landete es nicht nur im Teig, sondern auch auf den T-Shirts. Teilweise ließen sich echte Kunstwerke auf den Shirts bestaunen. Aber auch die Udon Nudeln sollten ziemlich gut werden. Nach der zweiten oder dritten Erklärung ging uns das Teig kneten auch gut von der Hand, so dass die Udon Nudeln am Ende vermutlich für die gesamte deutsche Delegation (125 Teilnehmer) gereicht hätten. wie in Japan üblich, gab es aber noch viele weitere Köstlichkeiten. Dazu zählten unter anderem selbst gerollte Reisbällchen.

Im zweiten Programmpunkt war dann ebenfalls Geschick gefragt. Ein Ehepaar brachte uns die Kunst des Origami bei. Origami bedeutet übrigens „Papier falten“. Als zeigten uns die beiden ihre Origami-Kunstwerke und überhäuften uns mit ihren Faltgeschenken.

Als erstes versuchten wir uns am Mt. Fuji, was den meisten auch ohne Probleme gelang. Schwieriger gestaltete sich da schon der berühmte Kranich. Und einen Ninja-Stern zu falten bleibt vermutlich nur echten Experten vorbehalten. Während die meisten noch mit dem Kranich beschäftigt waren, versuchten Vanessa und Daniel sich bereits an Tulpen, einer Taube und einem Herz. Alle drei Origami-Figuren befinden sich jetzt im Besitz unserer wirklich putzigen Lehrer.

Da wir uns offensichtlich garnicht schlecht angestellt hatten, war von dem ursprünglichen Zeitverzug nichts mehr zu merken. So hatten wir auf der Rücktour noch Zeit, den 100-Yen-Shop von Kuki zu besuchen. Hier ist wirklich alles viel größer und die Shops erstrecken sich über 4 Etagen. Geheimtipp: Die 5. Etage des CanDo-Einkaufszentrum. Soll einen tollen Ausblick auf die Stadt Kuki bieten. Aufgrund der kurzen Zeit im Einkaufszentrum schafften es nicht alle bis ganz nach oben.
Unser Tageshighlight wartete am Abend auf uns. Auf der Sayonara-Party die extra für uns und alle Helfer und Gastfamilien veranstaltet wurde, kamen alle noch einmal zusammen, um miteinander Zeit zu verbringen. Nach einigen Worten von japanischer Seite nutzten wir die Gelegenheit, um ebenfalls „Danke“ zu sagen. Und wir wollten vielen Menschen an diesem Abend „Danke“ sagen, denn bis hierhin verbrachten wir eine atemberaubende Zeit. Und so ist es auch nicht verwunderlich, das bereits heute die ersten Tränen kullerten. Noch war es aber zu früh, endgültig „Sayonara“ zu sagen, denn viele der Personen sehen wir bei unser Abreise morgen Mittag noch einmal. Stattdessen nutzten wir die Zeit, um tolle Gespräche zu führen, viele Fotos zu machen und wie nicht anders zu erwarten, permanent „Danke“ zu sagen. Aus diesem Grund sprengte die Party wohl auch den angesetzten Zeitrahmen und wir gingen später heim als gedacht, um einen letzten tollen Familienabend zu verbringen.
Sayonara
Caro, Vanessa, Nadine, Janina, Daniel, Till, Chris, Robin, Richard, Christian, Ayk und Owen