Kon-nitschiwa Freunde der aufgehenden Sonne,
heute durften wir zum zweiten Mal über unser Jahresthema Inklusion „diskutieren“. Dazu trafen wir uns mit Schülerinnen und Schülern der Oberschulen aus Tsukuba im der Tokodai Sporthalle. In den geplanten zwei Stunden Gespräch hörten wir erst einmal 1,5 Stunden Vorträge von japanischer Seite aus. Der erste war über die Stadt Tsukuba und ihre Sportmöglichkeiten ganz allgemein, der zweite über Softtennis, eine in Japan sehr beliebte Sportart, die wie normales Tennis ist, aber mit einem weicheren Ball. Der nächste Vortrag war über Baseball und der letzte über Kendo, eine traditionelle Kampfsportart, die früher die Samurai betrieben. In all den Vorträgen wurde zwar immer erwähnt, dass man diese Sportarten auch mit Behinderung machen kann, aber es wurde nie darauf eingegangen. Nach den Vorträgen sahen wir eine kleine Kendovorführung von zwei Schülern, bevor wir ein Gruppenfoto machten und es sehr leckere und bunte Cupcakes gab.

Danach startete eigentlich erst das richtige Gespräch über Inklusion. Aber schon wie zuvor in Kuki haben wir nicht viel heraus bekommen, außer dass auch die Schüler hier bisher kaum Berührungspunkte mit Behinderten hatten und dass Behindertensport strikt von normalem Sport abgegrenzt ist.

Am Ende spielten wir Sitzvolleyball mit den Japanern, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, wie es ist, eine Sportart mit Einschränkungen auszuüben. Das hat allen Spaß gemacht und so haben beide Seiten schlussendlich doch etwas über Inklusion dazugelernt.
Nach einer kurzen Umziehpause ging es mit Sport weiter. Und zwar spielten wir Onigokko. Bei diesem Spiel gibt es immer zwei Mannschaften mit je sechs Spielern. Das Spiel beginnt, indem die sechs Spieler der beiden Mannschaften auf alle vier Ecken des Spielfeldes aufgeteilt werden. Jede Mannschaft darf dabei nur auf die beiden eigenen Ecken, dabei ist es egal, ob man 3 zu 3 oder 4 zu 2 oder 1 zu 5 aufteilt, Hauptsache jeder hat eine Ecke. Jede Mannschaft hat eine Art Hut, am Ende ihrer eigenen Hälfte in einem Kreis, den sie verteidigen muss. Ziel des Spieles ist es, an den Hut der gegnerischen Mannschaft heran zu kommen. Verlässt man die eigene Spielhälfte, um an den Hut auf der anderen Seite zu gelangen, kann man von den dortigen Spielern mit beiden Händen angeschlagen werden, muss zurück in seine Ecke und darf erst danach wieder neu angreifen. Unsere Mannschaften bestanden immer jeweils aus dreien von uns und drei Kindern. Onigokko hat uns am Ende allen so viel Spaß gemacht, dass wir gar nicht mehr aufhören wollten es zu spielen und manche waren regelrecht traurig, als die Zeit rum war. Am Ende des Spieles bekamen wir alle sehr erfrischende, mit Eiswasser getränkte Lappen, die wir uns auf den Kopf oder in den Nacken gelegt haben, was wirklich nötig war bei der Hitze; Getränke standen wie immer auch ausreichend zur Verfügung.

Danach wurden wir alle von unseren Gastfamilien abgeholt und sind wohl erstmal alle unter die Dusche. Morgen ist Familientag und jeder wird wieder etwas anderes machen.
Sayonara
Caro, Vanessa, Nadine, Janina, Daniel, Till, Chris, Robin, Richard, Christian, Ayk und Owen